Idee und Werk
Wie entstehen Kunstwerke? Diese Serie begleitet Künstler bei der Arbeit und dokumentiert ihren kreativen Prozess. Portraits und Werkaufnahmen zeigen die Künstler im kreativen Fluss und geben Einblicke in die Entstehung ihrer Werke – von der ersten Inspiration bis zur finalen Ausführung.
Otto Baum verbindet Kunst und Design zu einer einzigartigen Praxis, die gleichermaßen technisch wie kreativ ist. Mit einem Hintergrund im Textil- und Flächendesign und einer Leidenschaft für Handlettering setzt er seine gestalterischen Ideen meist nicht auf Papier oder Leinwand um, sondern direkt auf Wände. Die zentrale Bühne seiner Arbeit ist die 3,60 x 4,60 Meter große Praxiswand in seinem Studio, die immer wieder neu bemalt und gestaltet wird. Im Mittelpunkt steht dabei der Einsatz seiner selbstentwickelten „Ottotools“ – maßgeschneiderte Werkzeuge, Vorrichtungen und Apparaturen, die Präzision und Innovation vereinen. Von Schablonen und Pinseln bis hin zu komplexen Vorrichtungen und digitalen Planungstools: Der Entstehungsprozess seiner Werke ist ebenso wichtig wie das finale Bild. Baums Arbeit macht das Experimentieren und das Zusammenspiel von Technik, Idee und Handwerk sichtbar – und lädt ein, den kreativen Prozess aus nächster Nähe mitzuerleben.
»Wir leben in einem Strom von Informationsfälschungen: Jede Nachricht in den Massenmedien kann eine Lüge sein, jedes Foto gephotoshoppt, jede Person ein Bot. Und künstliche Intelligenz bringt die Lügenindustrie auf ein völlig neues Niveau.
Als Künstlerin wende mich daher dem Reellen zu, um nicht den Boden unter den Füßen zu verlieren. Jenem Reellen, das seit Tausenden von Jahren existiert, sich seit der Geburt des Menschen nicht verändert hat und was wir bereits in Jahrtausende alten Werken sehen.
Zivilisationen sind verschwunden, unsere Gefühle geblieben: Angst, Wut, Hunger und Lust. Der Drang, sich aneinander zu kuscheln und das Streben, immer den höchsten Ast zu erklimmen.«
»In meiner Malerei und Druckgrafik arbeite ich mit Landschaft und Figur als Synonym für unsere Welt im Wandel – durch Vielschichtigkeit und Durchwebungen spüre ich ihren flüchtigen Übergängen, ihrem Wesen, ihrer Schönheit und Transzendenz im Spannungsfeld zwischen Gleichgewicht und Störung nach.«